Benztown tales

Es ist mal wieder Zeit für einen Locationscout. Es geht wieder um ein Automobilmuseum, es geht wieder um Stuttgart. Denn neben dem bereits beschriebenen Porsche Museum gibt es natürlich noch das Museum mit dem in Stuttgart allgegenwärtigen Stern:

Das Mercedes-Benz Museum im Neckarpark gleich neben der ‚Mercedes-Benz‘ Fußballarena.

Der Neckarpark bietet genug Parkplätze, dass ich mir darum keine Sorgen machen muss, dachte ich. Leider sind unter der Woche alle Parkplätze von Daimler Mitarbeitern belegt, weshalb ich gefühlte 2km entfernt bei der Porsche-Arena (Eishockeystadion) parken musste. Die Entfernung wurde auch durch den einsetztenden Starkregen nicht verkürzt.

Angekommen im Museum durfte ich erst ein wenig mit den Damen an der Kasse diskutieren, ob ich meinen Fotorucksack mit rein nehmen darf oder nicht. Doch einmal Wedeln mit der Mail, dass ich hier fotografieren darf, einmal bettelnd schauen und ich wurde incl. meines Rucksacks und Stativs eingelassen. Mit dem Aufzug ging es erstmal ins oberste Stockwerk.
Dort startet man eine Zeitreise aus den Anfangstagen des Unternehmens über die Schätzchen der 50er und 60er bis hin zu aktuellen Modellen.
Sehr interessant und fotogen fand ich die Sektionen mit den Spartenfahrzeugen. Busse, Einsatzfahrzeuge von Polizei, THW usw. in ziemlich abgefahrenen Variationen.
Und selbstverständlich gibt es noch einen fetten Motorsportbereich – Formel1, DTM,Trucks und richtig alte Silberpfeile.
Alle Fahrzeuge sind sehr ansprechend arrangiert und in Szene gesetzt. Vor allem den richtigen Schätzchen wird die Bühne geboten, die ihnen zusteht.
Die Architektur ist von außen schon sehr beeindruckend und auch innen geben die nackten Betonwände einen perfekten Kontrast zu den blank polierten Fahrzeugen.

Für Nicht-HDR Fotografen könnten einige Bereiche mit richtig großen Glasfassaden Probleme bereiten, für HDR Fotografen bietet das natürlich Motive mit einer wahnsinnigen Tiefe. Kurz vor dem Ausgang gibt es zwei Simulatoren, allerdings waren die Schlangen davor so lang, dass ich meine knappe Zeit nicht damit verschwenden wollte.

Am Ende der Ausstellung wird man noch durch das obligatorische Café / Merchandising Areal geschleust, in diesem Museum aber aufgepeppt durch eine Ansammlung von Prototypen und Sonderfahrzeugen (z.B. ein Solarracer) die auf Plattformen oder an der Wand in dem riesigen Raum zu schweben scheinen.

Alle Fahrzeuge sind mit Unmengen von Informationen illustriert, alles in Deutsch und Englisch. Sehr interessant fand ich auch die Leuchttafeln entlang der Zeitreise, die die wichtigsten Schlagzeilen der Epoche darstellen, deren Autos parallel dazu ausgestellt werden.
Und auch um die Fahrzeuge herum gibt es jede Menge Kleinkram rund um das Thema Daimler – von antiken Lederkappen bis hin zu den sehr fotogenen Crashtestdummies.

Zum Organisatorischen:

  • Der Eintritt kostet 10€, das gleiche nochmal für den ‚nächstgelegenen Parkplatz‘.
  • Der Eintritt ist immer für einen ganzen Tag, man kann also das Museum verlassen und wiederbetreten sooft man will.
  • Die Wärter im Museum sind sehr streng. Das Stativ in die Ausstellungsfläche stellen um einen besseren Blickwinkel zu bekommen – das macht man nur einmal…

Alles in allem also ein echt gelunges Museum eines Fahrzeugherstellers.

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Und nur 18 Monate später ist es dann endlich soweit: Die Audioversion meines Locationscouts hat es in die Folge 256 von Happy Shooting geschafft.

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